WLAN Signal verstärken

Dies ist ein Artikel vom Gast-Autor Merlin Moore von 10Tails.net. Hiermit möchte ich mich noch einmal herzlich bei Dir dafür bedanken!


Mit Smartphones, Tablets und modernen Laptops, die mittlerweile meistens keinen Ethernet Port besitzen ist man heutzutage auf kabelloses Internet angewiesen. Umso ärgerlicher ist es, wenn das WLAN Signal im eigenen Haus instabil ist und nicht besonders weit reicht. Die Gründe für ein schwaches WLAN Signal sind zahlreich und reichen von tatsächlichen technischen Schwächen zu sehr simplen Grundeinstellungen, die gerne missachtet werden. In den meisten Fällen können Sie es sich sparen einen Techniker zur Hilfe zu rufen, denn aus meiner Zeit im Systemsupport kann ich berichten, dass sich eine erschreckend hohe Anzahl an Problemen mit der Signal Reichweite beheben lässt, indem man den Router richtig positioniert und die Antennen ausrichtet.

Natürlich kann den Problemen mit Ihrem Netzwerk eine wirkliche technische Ursache zu Grunde liegen. Zwei der Indikationen hierfür die mir am häufigsten begegnet sind wären z.B.:

  1. Eine aktive WLAN Verbindung, jedoch kein Datenverkehr. Zur Diagnose empfiehlt sich hier eine Software zum Sniffen des Datenverkehrs, wie z.B. das kostenlose Wireshark.
  2. Ein abrupter Abbruch der Verbindung in regelmäßigen Zeitabständen. Um dem Problem auf den Grund zu gehen, wird hier empfohlen die Zeitabstände der Abbrüche zu Messen und zu dokumentieren, ob diese Abbrüche ein Auftretensmuster zeigen. Viele Router besitzen in Ihrem Dashboard einen Traffic Monitor, der Aufschluss über diese Daten geben kann.

Wenn Sie unzufrieden sind mit der Reichweite Ihres WLAN Signals kann ein Blick auf die folgende Infografik – 10 einfache, wie hilfreiche Tipps für ein besseres WLAN Signal – die Lösung für Ihr Problem sein.

Quelle: 10Tails.net
Link: https://10tails.net/wlan-signal- empfang-verstaerken/

Speicherplatz unter Windows freigeben

Im Laufe der Zeit sammelt Windows einiges an Megabyte oder sogar Gigabyte an Daten an. Dies passiert durch das Herunterladen von Updates, Treiberpaketen, Log- und Fehlerberichtdateien, Schattenkopien, etc. Aber es gibt Abhilfe und die ist relativ einfach. Ich veranschauliche das in einer Schritt-für-Schritt Bildanleitung unter einem Windows 10 Betriebssystem:

Schritt 1

“Speicherplatz” eingeben reicht aus um die Auswahl “Speicherplatz durch Löschen nicht erforderlicher Dateien freigeben” aus der Systemsteuerung aufzulisten.

Schritt 2

Das Laufwerk auswählen auf dem das Betriebssystem installiert ist, in der Regel sollte die Vorauswahl stimmen und das Laufwerk C sein.

Schritt 3

Man bekommt nun diese Auswahl. Diese Auswahl listet jedoch nicht alle löschende Dateien auf. Damit uns die Datenträgerbereinigung wirklich alles auflistet müssen wir zuerst den Knopf “Systemdateien bereinigen” anklicken.

Schritt 4

Hat man den Button gedrückt, wird man erneut nach dem Laufwerk gefragt, da das Tool quasi nochmal von vorne ausgeführt wird. Wir wählen also wieder unser Laufwerk aus.

Ist dies bestätigt werden erneut alle Daten gesucht, dies kann je nach Menge der vorhandenen Daten eine Menge dauern.

Schritt 5

Nun haben wir die gesamten Daten die vom Betriebssystem nicht mehr benötigt werden und gelöscht werden können.

Hier sollten die gewünschten oder alle Haken gesetzt sein. Bevor wir hier allerdings mit OK bestätigen wählen wir oben den Tabreiter “Weitere Optionen” aus.

Schritt 6

Wir bekommen diese Auswahl und müssen unter “Systemwiederherstellung und Schattenkopien” auf den Knopf “Bereinigen…” drücken um alle Schattenkopien zu entfernen. Diese können je nach Konfiguration eine zweistelligen Gigabyte Anzahl an Speicherplatz belegen.

Man bekommt keine weitere Rückmeldung von der Datenträgerbereinigung, das Löschen beginnt sofort und im Hintergrund. Lediglich eine Info-Meldung könnte auftauchen, jedoch keine Erfolgs- oder Fehlermeldung des Löschvorgangs.

Schritt 7

Der letzte Schritt ist wieder zurückzugehen auf den Tabreiter “Datenträgerbereinigung” und dann mit “OK” zu bestätigen. Der Löschvorgang beginnt und der Speicherplatz wird freigegeben, indem die angehakten Elemente gelöscht werden.

Hinweis:

Speicherplatz über die Datenträgerbereinigung freizugeben kann und sollte des Öfteren durchgeführt werden. Je nach Verhalten des Betriebssystems und des Nutzers fallen mehr oder weniger schnell viel “Müll” an. Einmal im Monat oder nach einem Windows 10 Upgrade reicht dies aber vollkommen aus.

(Geschützte) Partition lässt sich nicht löschen – Windows/diskpart

Nun ist es mal wieder passiert: Ich hab für eine zweite Windows 10-Installation mal eine ältere 2,5″ 500GB HDD eingebaut und musste erst einmal alle Partitionen entfernen. Die Datenträgerverwaltung zeigte mir neben der Daten-Partition noch vier weitere an: Zwei System reservierte und zwei Wiederherstellungspartitionen.

Was hilft denn bei solchen Problemen? Klar, diskpart.

  1. Windows-Taste + X
  2. Eingabeaufforderung (Administrator)
  3. diskpart eingeben und mit Enter den Befehl absetzen

Nun gibt es ein paar Befehle zum Bedienen von diskpart:

  • list disk
    Listet alle verfügbaren HDDs, SSDs, etc. auf
  • select disk 0
    Selektiert “Disk” mit der ID 0 (0 ggf. durch entsprechende Zahl ersetzen)
  • list partition
    Listet alle Partitionen der vorher ausgewählten “Disk” 0
  • select partition 0
    Selektiert die Partition mit der ID 0 (0 ggf. durch entsprechende Zahl ersetzen) der vorher ausgewählten “Disk” 0
  • delete partition (ACHTUNG, UNUMKEHRBAR!)
    Löscht die vorher gewählte Partition

Für besonders hartnäckige Fälle, zum Beispiel wenn es sich um geschützte Partitionen wie im Bild unten handelt, kann man den override-Zusatz benutzen

  • delete partition override (ACHTUNG, UNUMKEHRBAR!)
    Löscht die vorher gewählte Partition

Wie man sieht klappt der override-Zusatz wunderbar und damit lässt sich dann auch nahezu jede Partition löschen, der Beweis:

Hoffentlich hilft es euch auch mal.

Linux (Ubuntu) Probleme bei Installationen – fehlende Abhängigkeiten

Heute ist mir beim Aufsetzen einer neuen Ubuntu-VM passiert, dass sich das Google Chrome .deb-Paket nicht installieren lies. Es öffnete sich zwar das Ubuntu Software-Center, beim Klick auf “Installieren” passierte jedoch nichts. Die Anleitung funktioniert ebenso für jedes andere .deb-Paket, dieses Beispiel bezieht sich auf die Installation von Google Chrome.

Allerdings ist es auch möglich Debian-Pakete manuell über das Terminal zu installieren:

  1. Der Einfachheit halber in das Verzeichnis des .deb-Pakets wechseln, z.B.
  2. Folgenden Befehl müssen wir dann anschließend ausführen:

Dann konnte die Installation aber auf Grund fehlender Abhängigkeiten nicht installiert werden. Dies kann man wie folgt lösen:

Damit ließen sich dann die Abhängigkeiten und das Paket installieren und Google Chrome tauchte im Software-Center auf und konnte gestartet werden.

LEMP-Installationsskript

Hier findet ihr ein kleines Hilfeskript. Dieses muss unbedingt als root ausgeführt werden! Vorausgesetzt wird ein Linux mit installiertem apt-get. Mit diesem Skript wird zuerst das Betriebssystem aktualisiert und im Anschluss werden folgende Dinge installiert:

  • MariaDB Server und Client
  • nginx Webserver
  • PHP 7.0-FPM
  • PHP 7.0 MySQL Binds, welche die MySQL/MariaDB Funktionen zur Verbindung liefern
  • phpMyAdmin
  • openssh-server für den SCP Zugriff im Anschluss

Nach den Paketinstallationen muss man lediglich phpmyadmin konfigurieren. Hier ist es im Grunde nur wichtig, dass man den Benutzer und das Passwort angibt, sodass sich phpmyadmin mit der MySQL bzw. in diesem Fall MariaDB verbinden kann. Wer statt MariaDB lieber MySQL verwenden möchte muss lediglich die Pakete mariadb-server und mariadb-client ändern in mysql-server und mysql-client. Der Rest ist identisch.

Im Anschluss daran werden die php.ini und die www.conf automatisch angepasst und zum Schluss wird nginx für PHP und phpmyadmin konfiguriert. So ist es möglich, dass PHP-Skripte ausgeführt werden können und phpMyAdmin über die URL http://eure-ip-oder-hostname/phpmyadmin erreichbar wird.

Dieses Skript wurde am 10.01.2017 erstellt und am selben Tag mit einem Clean-Install von Ubuntu Server 16.10 getestet.

Installations-Skript

 

MySQL Remote Access einrichten

Damit man außerhalb auf eine MySQL-Datenbank zugreifen kann und das ohne phpMyAdmin kann man Software für Windows, Mac oder Linux verwenden. Jeder Datenbankhersteller bietet sein eigenes Tool an, so ist dies bei MySQL zum Beispiel über die MySQL Workbench möglich. Eine Drittanbietersoftware wäre Navicat in diversen Versionen für unterschiedliche Datenbank oder dem “Premium”, die alle unter einem Dach vereint. Navicat ist allerdings nicht kostenlos erhältlich.

Diese Anleitung bezieht sich auf eine MySQL-Datenbank auf einem Debian Linux.

Schritt 1: Privilege setzen

Die Privilegien setzen. Dazu müssen wir einen SQL-Befehl via Konsole oder phpMyAdmin absetzen. Dieser lautet:

Man sollte dies allerdings nicht auf dem root-User anwenden.

  • database.* bedeutet auf alle Tabellen in der Datenbank database. Ein *.* ist ebenfalls möglich.
  • user ist der Benutzer auf den diese Rechte angewendet werden.
  • % ist der Bereich, die Domain, IP. %.domain.com oder 192.168.0.% sind möglich, % bedeutet, egal woher.
  • newpassword ist das Passwort des Benutzers user.

Schritt 2: IP-Binding anpassen

Eine weitere Schutzmaßnahme kommt out-of-the-box daher. In der Datei /etc/mysql/my.cnf gibt es unter der Sektion [mysqld] den Eintrag:

Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Diese Zeile auskommentieren mit einer # als erstes Zeichen, dass ermöglicht allen IP-Adressen den Zugriff von außerhalb.
  2. Einfach eine weitere IP-Adresse “binden”. Habt ihr keine statische IP in eurem Netzwerk ändert sich diese aber z.B. beim Neustart. Dafür kommt wirklich nur ihr auf die Datenbank.

Schritt 3: Neustart

Ggf. muss der mysql-Dienst neugestartet werden, dies passiert unter Linux mit dem Befehl:

Fertig!

phpMyAdmin Passwort vergessen, was nun?

Heute ist es passiert und so schnell kann es gehen. Nach ewig langer Zeit hab ich ein Image auf die microSD vom Raspberry Pi eingespielt und musste mich in die Datenbank einloggen. Doch auch wenn man über den Benutzer root meistens reinkommen sollte stellt sich die Frage nach dem Passwort. Es gibt aber eine Möglichkeit das Passwort herauszufinden. Dazu folgende Zeile im Terminal tätigen:

Wer noch ein paar andere Infos braucht, für den ist folgender Befehl sicherlich auch hilfreich:

Ich hoffe es hilft euch.

iPhone Backup wird größer und größer und größer und …

Heute ging ich endlich mal dem Problem auf den Grund, warum mein iCloud-Speicher immer weniger und weniger und weniger und … wird. Und meine iPhone-Backup dafür immer größer und größer und größer … Okay, neulich hinzugefügt Fotos von einem Familienausflug aufgenommen mit einer Canon EOS 600D verbrauchen schon etwas Speicherplatz, zudem waren vier kleine Videos dabei. Allerdings merkte ich, dass mein iPhone-Backup immer weiter anstieg. Die Fotomediathek-App brauchte knapp 600MB obwohl definitiv alle Fotos gelöscht wurden. Irgendwas stimmte ganz und gar nicht. Ich löschte einmal das gesamte Backup von iCloud und erstellte ein neues. Und statt den zuvor insgesamt 2,1GB die für das iPhone-Backup benötigt wurden, waren es plötzlich nur noch 500MB.

Weiter optimieren kann man im übrigen bei WhatsApp massiv. Unter iOS ist es so, dass aus der Fotomediathek gelöschte Fotos trotzdem in WhatsApp gespeichert bleiben. Die Bilder kann man aber komplett aus WhatsApp entfernen indem man auf einen Chat mit einem Kontakt geht und dessen Namen am oberen Bildschirm antippt. Dann erstellt als erster Eintrag Medien, Links und Doks. Entsprechend steht die Zahl der empfangenen oder gesendeten Bilder, Links, Dokumente, etc. Tippt man dort drauf, kann man alle Medien, Links und Doks in Tabs auswählen diese über Wählen markieren und im Anschluss daran löschen. Erst dann sind sie unter iOS wirklich vom Gerät gelöscht.

Kleine Anleitung wie ihr vorgehen müsst:

  1. Speicherplatz optimieren indem ihr Fotos aus der Fotos-App löscht. Zudem fressen Fotos und Dokumente viel die man innerhalb von WhatsApp verschickt oder auch empfängt (siehe oben). Noch eine App die viel frisst ist die Dict.cc-App. Obwohl die heruntergeladenen Wörterbücher angeblich nur 250MB (im Falle des gesamten Englisch-Wörterbuchs haben), brauchen sie auf dem Gerät teilweise 2GB (so war es bei mir). Gelöscht und promt hatte ich mal mehr als 500MB frei. Löscht alles was ihr nicht mehr braucht auch aus anderen Apps, ggf. auch mal alte Apps entfernen.
  2. iPhone-Backup auf iCloud einmal löschen. Dazu macht ihr folgendes:
    Einstellungen → Speicher- & iCloud-Nutzung → unter ICLOUD auf Speicher verwalten → unter BACKUPS auf Names…. iPhone/Dieses iPhone → nach unten scrollen und Backup löschen wählen → mit Deaktivieren & Löschen bestätigen.
  3. Im Anschluss daran direkt ein neues Backup erstellen:
    Einstellungen → iCloud → Backup → Backup jetzt erstellen
  4. Fertig

Android

Android-Benutzer haben das Problem übrigens nicht. Löscht man dort Bilder aus WhatsApp sind sie sofort vom Gerät und ebenso andersrum.

The Witcher 3 Bug – Gegner mit 0 Leben – Nicht killbar

Diesmal ein sehr unschönes Thema. Da fing ich doch an nochmal erneut durchzuspielen um einen sauberen Spielstand zu haben, (fast) ohne Fehlschläge, kaufte mir nach allen Quests (abgesehen der Gwint/Gwent Quests) den Hearts of Stone DLC, arbeitete die Nebenquests ab bis ich beim Quest Spurlos landete. Von dort an ging es nicht weiter. Vorerst wenigstens. Ich verfolge alle Spuren, wollte die Bauern nicht verschonen und siehe da. Sie waren so schwach und doch unbesiegbar. Ob das vom Halblingsfleisch kam? Nein, von einem Bug. Nach langem suchen auf diversen Seiten, da dies wohl ein bekannter Bug war, stieß ich auf eine Diskussionsseite in der Steam Community. Der User Crimsomrider hatte einen Lösungsansatz (klicke hier) der bei zwei weiteren Personen funktionierte, sich konkret auf diese Quest bezog und ich noch nicht probiert hatte.

Er sagt, dieser Bug tritt erst seit dem 1.22 Patch bei dieser Quest auf hat jedoch folgende Lösung:

  • Sich weit genug vom Kampf entfernen, laut Crimsomrider 100 Feet. Ich war 200-300 Schritte entfernt, vorher ging es nicht.
  • Eine Stunde meditieren. Ich musste länger meditieren oder mich weiter entfernen damit es klappte.

Und siehe da, es ging weiter. Einen großen Dank an Crimsomrider.

Internet zu langsam, was kann ich tun?

Heute mal ein meiner Meinung nach sehr wichtiges Thema aus diversen Gründen. Was ist, wenn das Internet zu langsam ist? Es gibt hier folgende Probleme:

  1. Zahlt ihr zu viel Geld für nichts, ähnlich wie Chipstüten die zur Hälfte aus Luft bestehen.
  2. Die Anbieter kassieren die Kohle für Luft aber ausgebaut wird trotzdem nichts.
  3. Anbieter meinen, dass sie sich alles erlauben können und da niemand widerspricht machen sie so weiter.

Wer einen Internetanschluss besitzt ist, leider und das ist sehr traurig, eigentlich dazu verpflichtet seinen Provider in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Das Problem was ich immer wieder sehe ist, dass an den Anschlussdosen in der Wohnung oder dem Haus einfach nicht genug Geschwindigkeit aus der Leitung kommt. Wenn man versucht dies telefonisch zu klären kommen folgende Dinge/Argumente die man gefragt/genannt bekommt:

  • “Sind Sie über WLAN oder Kabel verbunden”

Antwortet man mit WLAN muss man erst den Umweg machen und Computer mit Kabel verbinden, danach geht es so weiter:

  • Kunde: “Nein ich bin über Kabel verbunden.” Provider: “Ich habe hier keine Störungen, dass Problem muss bei Ihnen liegen.”

Die Provider versuchen einen immer abzuwimmeln statt einem, gerade als Unerfahrener zu helfen. Natürlich kann das Problem im eigenen Netzwerk daheim liegen, in vielen Fällen trifft dies aber nicht zu. Obwohl immer wieder behauptet wird, dass Deutschland einen sehr guten Breitbandausbau hat. Da kann ich nur lachen und wegdrehen. Natürlich haben wir einen einigermaßen guten Ausbau, so toll ist er aber auch wieder nicht. Tatsache ist, dass die Anlagen und Leitungen nicht so ausgebaut sind, dass für jede Person ein Breitbandanschluss mit hoher Geschwindigkeit angeboten werden kann, obwohl Neukunden immer gerne genommen werden. Wer muss dann leiden? Alle anderen Kunden die ebenfalls am selben Knotenpunkt hängen. Denn es gibt diverse Knotenpunkte im Netz. Von einem Knotenpunkt aus werden dann mehrere Straßen gespeist. 100 Kunden oder mehr können so an einer Großanlage angeschlossen sein. Allerdings haben die Knotenpunkte und die Wege zwischen Ihnen nur begrenzte Reserven. Die werden zwar von den Anbietern im Auge behalten, selten jedoch weiter ausgebaut. Neukunden werden trotzdem gerne gesehen.

Ein weiteres Problem kann aber auch die Anlage im Haus sein. Hier gibt es zwei Probleme:
Erstens haben wir das Problem, dass viele Anlagen im Haus marode sind, veraltete Technik die, die Kapazitäten nicht mehr bewältigen kann.
Zweitens gibt es aber gerade bei Kabelanbietern das Problem, dass sie die Leitungen nur mitnutzen, nicht aber dem eigentlichen Anbieter gehören. So gehören von Unitymedia viele Leitungen tatsächlich Telecolumbus. Hier ist Unitymedia an manchen Stellen die Hände gebunden denn: wenn Teile der Anlage kaputt sind dürfen diese zwar ausgewechselt werden aber nur durch baugleiche Teile. Das bedeutet, dass ein kaputtes Teil nicht durch ein besseres sondern auch gleich schlechtes ersetzt werden muss. Nur der Besitzer der Anlagen darf die Anlage modernisieren, was in nahezu allen Fällen nicht passiert.

Eine weitere Problemquelle ist das Modem bzw. der Router. Oftmals sind beide Geräte zu einem Kombiniert, so zum Beispiel bei einer Fritz!Box oder aber auch einer Horizon Box. Nun kann es sein, dass das Gerät gar nicht für solche Geschwindigkeiten ausgelegt ist, was seltener der Fall ist. Eine andere Möglichkeit ist aber, dass das Gerät nicht mehr richtig funktioniert. Es ist nur noch langsam und muss gegebenenfalls öfter neugestartet werden damit es einigermaßen läuft. Das ist ein Anzeichen dafür, es umgehend auswechseln zu lassen.

Gehen wir nun weiter den Weg der Fehlersuche stoßen wir auf den eigentlichen Computer selbst, beziehungsweise genauer gesagt der Netzwerkkarte. Auch eine Netzwerkkarte kann defekt sein und die Geschwindigkeit nicht mehr ermöglichen. Ein Austauschen ist sehr einfach möglich. Auch dieser Fall ist nicht so häufig, denn Netzwerkkarten halten in der Regel sehr lange, da die heutigen Netzwerkkarten keine eigentlichen Karten sondern nur noch Netzwerkkarten on-board sind.
Schaffen es die Daten aber auch durch die Netzwerkkarte kann das Problem nur noch eine Sicherheitssoftware sein. Viele Anti-Viren-Hersteller bieten einen Rundumschutz. Dieser behinhaltet Firewall und zusätzlich Webschutz. Zum Einen können diese Messwerte von Speedtests verfälschen zum Anderen aber auch die Geschwindigkeit massiv drosseln.


Wie kann man sich nun in dem ganzen Chaos der Möglichkeiten absichern, dass man selbst nicht der Täter sondern das Opfer ist?
Speedtests. Dabei solltet ihr folgende Dinge beachten:

  1. Regelmäßig Speedtests durchführen und diese in einer Excel-Tabelle oder ähnliches sichern. Sie dienen ebenfalls als anerkannter Beweis für Provider oder Gericht.
  2. Speedtests nicht nur von einem PC sondern falls möglich von zwei oder drei unterschiedlichen Geräten durchführen. So werden Zufälle und defekte Komponenten ausgeschlossen.
  3. Speedtests nach Möglichkeit nur über Kabelverbindungen durchführen. Man kann Speedtests auch über WLAN durchführen muss aber sichergehen, dass sie die neuesten Standards integriert haben und diese auch einhalten können (z.B. iMac 27″ 5K der eine ca. 1,2 GHz Verbindung aufbaut). Man kann relativ einfach feststellen, ob man mit einem Gerät auch per WLAN messen kann, obwohl Kabel genauer ist. Man sollte darauf achten, dass das Gerät 5 GHz-fähig ist und so auch über den Router Zuhause verbunden ist.
  4. Hat man nicht mehrere Geräte zur Auswahl oder möchte man sich noch mehr absichern unterschiedliche Browser verwenden und zwischen Flash und HTML5 Speedtest wechseln.

Wie messe ich?
Manche Provider bieten eigene Webseiten an Messungen durchzuführen. Entweder sind es selbst entwickelte Tools oder von anderen Entwicklern. Gern genommen ist zum Beispiel ein Speedtest von ookla was bedeutet, es ist speedtest.net. Diesen kann ich euch nur ans Herzen legen. Er bewährt sich jedes Mal wieder und ist mir seit Jahren ein treuer Begleiter. Wenn man den Flash-Speedtest nicht verwenden möchte bietet speedtest.net auch eine HTML5-Variante die, obwohl noch in der Entwicklung, zuverlässig zu sein scheint.

Wie protokolliere ich?
Ich habe mir dafür eine Excel-Tabelle erstellt die mit bedingter Formatierung und einigen Summen-Formeln bestückt ist. Diese bietet euch ein Datenblatt und eine Übersicht wo ihr eure Ergebnisse im Durchschnitt auswerten könnt. Die Schwellwerte können dabei selber festgelegt werden. Einen Download findet ihr über den Button unten. Natürlich könnt ihr aber auch die Messwerte anders protokollieren.

Download “Excel Speedtest-Messprotokoll” Speedtest.xlsx – 307-mal heruntergeladen – 23 KB

Immer noch schlechte Ergebnisse bei den Speedtests?
Entweder ist nun Modem/Router defekt und hindert euch an der Geschwindigkeit oder es liegt zwischen der Verbindung eurer Datendose in der Wand und dem Provider. Das kann dann entweder der Hausanschluss oder die Anbindung zum Provider sein.

Welche Ergebnisse sind akzeptabel, welche nicht?
Grundsätzlich gilt erst einmal, dass Internetverbindungen sowieso variieren können obwohl dies eher suboptimal ist. Mit heutiger Technik ist es möglich einen stabilen Internetanschluss zu liefern. Dabei sollten folgende Werte nicht unterschritten werden:

Download-Geschwindigkeit:
nicht weniger als 85%

Upload-Geschwindigkeit:
nicht weniger als 50%

Ping:
unter 40 ms
(Jitter eingerechnet)

Was kann ich tun?
Erst einmal solltet ihr regelmäßig täglich eure Geschwindigkeit messen und protokollieren. Dabei solltet ihr morgens, mittags und abends zu diversen Uhrzeiten mehrmals messen! Gerade abends, vor allem auch an Wochenenden und einigen Feiertagen sind viele Leute online. Hier sinkt die Download-Geschwindigkeit normalerweise am stärksten. Protokolliert dies 7 bis 14 Tage lang. Wenn euch auffällt, dass eure Internetleitung an einigen punkten noch langsamer ist als ohnehin schon haltet ein Augenmerk darauf und erhöht in diesem Bereich die Anzahl der Messungen. In meinen schlimmen Zeiten mit meinem Provider (ohne einen Namen nennen zu wollen) habe ich, gerade am Abend alle 30 bis 60 Minuten Messungen durchgeführt.

Wenn ihr dieses Messprotokoll habt kontaktiert unverzüglich euren Provider. Bei diesem habt ihr einen Vertrag und er ist dazu verpflichtet ein gewisses Maß an Dienstleistung, in diesem Fall Internetgeschwindigkeit zu liefern. Auch wenn alle Provider das Umstrittene “bis zu” bei Geschwindigkeiten angeben (bis zu 400 Mbit/s) müssen sie mehr als die Hälfte liefern, denn ihr zahlt ja auch für 100%, nicht für 50%.
Denkt auch immer daran, dass ihr im Call-Center jedes Mal eine andere Person habt. Diese kann es zwar in der Akte einsehen, oft sind diese aber nicht aktuell, weil etwas nicht eingetragen wurde oder nicht alles gelesen wurde. Erklärt bitte genau, dass ihr ein Messprotokoll für 7 bis 14 Tage geführt habt und dieses dem Provider zur Verfügung stellen möchtet um zu beweisen, dass es offensichtlich nicht an euch liegt sondern am Provider.

Es gibt dann in der Regel zwei Möglichkeiten, denn euch zu verlieren oder zurückzugewinnen ist für den Provider ein herber Verlust.

  1. Der Provider lässt euch vom Vertrag zurücktreten oder herunterstufen, was sowieso euer Recht ist!
  2. Ihr könnt Gutschriften verlangen die entweder einmalig oder solange bis dieses Problem behoben ist erfolgen. Die Gutschrift ist dabei abhängig vom Tarif. Es gibt ja oft Kombiprodukte mit Telefon, Internet und TV. Dann müsstet ihr den Preis streng genommen durch drei Teilen. Stimmen tun diese Preise dann zwar nicht aber es ist ein Ansatz. Viele Provider geben euch aus Angst euch zu verlieren die Hälfte des Preises gutgeschrieben!