Internet zu langsam, was kann ich tun?

Heute mal ein meiner Meinung nach sehr wichtiges Thema aus diversen Gründen. Was ist, wenn das Internet zu langsam ist? Es gibt hier folgende Probleme:

  1. Zahlt ihr zu viel Geld für nichts, ähnlich wie Chipstüten die zur Hälfte aus Luft bestehen.
  2. Die Anbieter kassieren die Kohle für Luft aber ausgebaut wird trotzdem nichts.
  3. Anbieter meinen, dass sie sich alles erlauben können und da niemand widerspricht machen sie so weiter.

Wer einen Internetanschluss besitzt ist, leider und das ist sehr traurig, eigentlich dazu verpflichtet seinen Provider in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Das Problem was ich immer wieder sehe ist, dass an den Anschlussdosen in der Wohnung oder dem Haus einfach nicht genug Geschwindigkeit aus der Leitung kommt. Wenn man versucht dies telefonisch zu klären kommen folgende Dinge/Argumente die man gefragt/genannt bekommt:

  • „Sind Sie über WLAN oder Kabel verbunden“

Antwortet man mit WLAN muss man erst den Umweg machen und Computer mit Kabel verbinden, danach geht es so weiter:

  • Kunde: „Nein ich bin über Kabel verbunden.“ Provider: „Ich habe hier keine Störungen, dass Problem muss bei Ihnen liegen.“

Die Provider versuchen einen immer abzuwimmeln statt einem, gerade als Unerfahrener zu helfen. Natürlich kann das Problem im eigenen Netzwerk daheim liegen, in vielen Fällen trifft dies aber nicht zu. Obwohl immer wieder behauptet wird, dass Deutschland einen sehr guten Breitbandausbau hat. Da kann ich nur lachen und wegdrehen. Natürlich haben wir einen einigermaßen guten Ausbau, so toll ist er aber auch wieder nicht. Tatsache ist, dass die Anlagen und Leitungen nicht so ausgebaut sind, dass für jede Person ein Breitbandanschluss mit hoher Geschwindigkeit angeboten werden kann, obwohl Neukunden immer gerne genommen werden. Wer muss dann leiden? Alle anderen Kunden die ebenfalls am selben Knotenpunkt hängen. Denn es gibt diverse Knotenpunkte im Netz. Von einem Knotenpunkt aus werden dann mehrere Straßen gespeist. 100 Kunden oder mehr können so an einer Großanlage angeschlossen sein. Allerdings haben die Knotenpunkte und die Wege zwischen Ihnen nur begrenzte Reserven. Die werden zwar von den Anbietern im Auge behalten, selten jedoch weiter ausgebaut. Neukunden werden trotzdem gerne gesehen.

Ein weiteres Problem kann aber auch die Anlage im Haus sein. Hier gibt es zwei Probleme:
Erstens haben wir das Problem, dass viele Anlagen im Haus marode sind, veraltete Technik die, die Kapazitäten nicht mehr bewältigen kann.
Zweitens gibt es aber gerade bei Kabelanbietern das Problem, dass sie die Leitungen nur mitnutzen, nicht aber dem eigentlichen Anbieter gehören. So gehören von Unitymedia viele Leitungen tatsächlich Telecolumbus. Hier ist Unitymedia an manchen Stellen die Hände gebunden denn: wenn Teile der Anlage kaputt sind dürfen diese zwar ausgewechselt werden aber nur durch baugleiche Teile. Das bedeutet, dass ein kaputtes Teil nicht durch ein besseres sondern auch gleich schlechtes ersetzt werden muss. Nur der Besitzer der Anlagen darf die Anlage modernisieren, was in nahezu allen Fällen nicht passiert.

Eine weitere Problemquelle ist das Modem bzw. der Router. Oftmals sind beide Geräte zu einem Kombiniert, so zum Beispiel bei einer Fritz!Box oder aber auch einer Horizon Box. Nun kann es sein, dass das Gerät gar nicht für solche Geschwindigkeiten ausgelegt ist, was seltener der Fall ist. Eine andere Möglichkeit ist aber, dass das Gerät nicht mehr richtig funktioniert. Es ist nur noch langsam und muss gegebenenfalls öfter neugestartet werden damit es einigermaßen läuft. Das ist ein Anzeichen dafür, es umgehend auswechseln zu lassen.

Gehen wir nun weiter den Weg der Fehlersuche stoßen wir auf den eigentlichen Computer selbst, beziehungsweise genauer gesagt der Netzwerkkarte. Auch eine Netzwerkkarte kann defekt sein und die Geschwindigkeit nicht mehr ermöglichen. Ein Austauschen ist sehr einfach möglich. Auch dieser Fall ist nicht so häufig, denn Netzwerkkarten halten in der Regel sehr lange, da die heutigen Netzwerkkarten keine eigentlichen Karten sondern nur noch Netzwerkkarten on-board sind.
Schaffen es die Daten aber auch durch die Netzwerkkarte kann das Problem nur noch eine Sicherheitssoftware sein. Viele Anti-Viren-Hersteller bieten einen Rundumschutz. Dieser behinhaltet Firewall und zusätzlich Webschutz. Zum Einen können diese Messwerte von Speedtests verfälschen zum Anderen aber auch die Geschwindigkeit massiv drosseln.


Wie kann man sich nun in dem ganzen Chaos der Möglichkeiten absichern, dass man selbst nicht der Täter sondern das Opfer ist?
Speedtests. Dabei solltet ihr folgende Dinge beachten:

  1. Regelmäßig Speedtests durchführen und diese in einer Excel-Tabelle oder ähnliches sichern. Sie dienen ebenfalls als anerkannter Beweis für Provider oder Gericht.
  2. Speedtests nicht nur von einem PC sondern falls möglich von zwei oder drei unterschiedlichen Geräten durchführen. So werden Zufälle und defekte Komponenten ausgeschlossen.
  3. Speedtests nach Möglichkeit nur über Kabelverbindungen durchführen. Man kann Speedtests auch über WLAN durchführen muss aber sichergehen, dass sie die neuesten Standards integriert haben und diese auch einhalten können (z.B. iMac 27″ 5K der eine ca. 1,2 GHz Verbindung aufbaut). Man kann relativ einfach feststellen, ob man mit einem Gerät auch per WLAN messen kann, obwohl Kabel genauer ist. Man sollte darauf achten, dass das Gerät 5 GHz-fähig ist und so auch über den Router Zuhause verbunden ist.
  4. Hat man nicht mehrere Geräte zur Auswahl oder möchte man sich noch mehr absichern unterschiedliche Browser verwenden und zwischen Flash und HTML5 Speedtest wechseln.

Wie messe ich?
Manche Provider bieten eigene Webseiten an Messungen durchzuführen. Entweder sind es selbst entwickelte Tools oder von anderen Entwicklern. Gern genommen ist zum Beispiel ein Speedtest von ookla was bedeutet, es ist speedtest.net. Diesen kann ich euch nur ans Herzen legen. Er bewährt sich jedes Mal wieder und ist mir seit Jahren ein treuer Begleiter. Wenn man den Flash-Speedtest nicht verwenden möchte bietet speedtest.net auch eine HTML5-Variante die, obwohl noch in der Entwicklung, zuverlässig zu sein scheint.

Wie protokolliere ich?
Ich habe mir dafür eine Excel-Tabelle erstellt die mit bedingter Formatierung und einigen Summen-Formeln bestückt ist. Diese bietet euch ein Datenblatt und eine Übersicht wo ihr eure Ergebnisse im Durchschnitt auswerten könnt. Die Schwellwerte können dabei selber festgelegt werden. Einen Download findet ihr über den Button unten. Natürlich könnt ihr aber auch die Messwerte anders protokollieren.

Download “Excel Speedtest-Messprotokoll” Speedtest.xlsx – 262-mal heruntergeladen – 23 KB

Immer noch schlechte Ergebnisse bei den Speedtests?
Entweder ist nun Modem/Router defekt und hindert euch an der Geschwindigkeit oder es liegt zwischen der Verbindung eurer Datendose in der Wand und dem Provider. Das kann dann entweder der Hausanschluss oder die Anbindung zum Provider sein.

Welche Ergebnisse sind akzeptabel, welche nicht?
Grundsätzlich gilt erst einmal, dass Internetverbindungen sowieso variieren können obwohl dies eher suboptimal ist. Mit heutiger Technik ist es möglich einen stabilen Internetanschluss zu liefern. Dabei sollten folgende Werte nicht unterschritten werden:

Download-Geschwindigkeit:
nicht weniger als 85%

Upload-Geschwindigkeit:
nicht weniger als 50%

Ping:
unter 40 ms
(Jitter eingerechnet)

Was kann ich tun?
Erst einmal solltet ihr regelmäßig täglich eure Geschwindigkeit messen und protokollieren. Dabei solltet ihr morgens, mittags und abends zu diversen Uhrzeiten mehrmals messen! Gerade abends, vor allem auch an Wochenenden und einigen Feiertagen sind viele Leute online. Hier sinkt die Download-Geschwindigkeit normalerweise am stärksten. Protokolliert dies 7 bis 14 Tage lang. Wenn euch auffällt, dass eure Internetleitung an einigen punkten noch langsamer ist als ohnehin schon haltet ein Augenmerk darauf und erhöht in diesem Bereich die Anzahl der Messungen. In meinen schlimmen Zeiten mit meinem Provider (ohne einen Namen nennen zu wollen) habe ich, gerade am Abend alle 30 bis 60 Minuten Messungen durchgeführt.

Wenn ihr dieses Messprotokoll habt kontaktiert unverzüglich euren Provider. Bei diesem habt ihr einen Vertrag und er ist dazu verpflichtet ein gewisses Maß an Dienstleistung, in diesem Fall Internetgeschwindigkeit zu liefern. Auch wenn alle Provider das Umstrittene „bis zu“ bei Geschwindigkeiten angeben (bis zu 400 Mbit/s) müssen sie mehr als die Hälfte liefern, denn ihr zahlt ja auch für 100%, nicht für 50%.
Denkt auch immer daran, dass ihr im Call-Center jedes Mal eine andere Person habt. Diese kann es zwar in der Akte einsehen, oft sind diese aber nicht aktuell, weil etwas nicht eingetragen wurde oder nicht alles gelesen wurde. Erklärt bitte genau, dass ihr ein Messprotokoll für 7 bis 14 Tage geführt habt und dieses dem Provider zur Verfügung stellen möchtet um zu beweisen, dass es offensichtlich nicht an euch liegt sondern am Provider.

Es gibt dann in der Regel zwei Möglichkeiten, denn euch zu verlieren oder zurückzugewinnen ist für den Provider ein herber Verlust.

  1. Der Provider lässt euch vom Vertrag zurücktreten oder herunterstufen, was sowieso euer Recht ist!
  2. Ihr könnt Gutschriften verlangen die entweder einmalig oder solange bis dieses Problem behoben ist erfolgen. Die Gutschrift ist dabei abhängig vom Tarif. Es gibt ja oft Kombiprodukte mit Telefon, Internet und TV. Dann müsstet ihr den Preis streng genommen durch drei Teilen. Stimmen tun diese Preise dann zwar nicht aber es ist ein Ansatz. Viele Provider geben euch aus Angst euch zu verlieren die Hälfte des Preises gutgeschrieben!

Schneller als HDD, schneller als SSD: RAM-Disk

Heute möchte ich mal einen Vergleich anstellen, den ich sehr interessant finde. Bei meinen ganzen internen und externen Festplatten die allesamt HDD sind, bis auf die Systemplatten in Rechner und Server welche SSD sind, fragte ich mich ob es etwas noch schnelleres als eine SSD gibt. Ja, es geht noch schneller. Zum einen sind SSDs wie moderne HDDs in der Regel über SATA angeschlossen, da haben wir schon die Qual der Wahl und wählen möglichst die schnellere Variante, nämlich SATA-600 statt SATA-300. Aber selbst dann ist es noch nicht schnell genug.

Wir können SSDs nämlich auch per m.2 anschließen. Dies ist der Nachfolger von mSATA und verbunden als PCIe mit 2 Lanes (x2) oder 4 Lanes (x4). Letzteres ist bei teuren Gaming Mainboards auf jeden Fall gegeben. Das bringt schon mal einen erheblichen Performance-Boost.

Wer es noch schneller braucht, muss auf Arbeitsspeicher setzen. Klingt zwar komisch aber macht absolut Sinn, denn der Arbeitsspeicher ist ziemlich schnell. Allerdings dient dieser in der Regel nur zum temporären Zwischenspeichern, denn er ist ein flüchtiger Speicher. Die Technologie dahinter nennt sich RAM-Disk und viele Betriebssysteme bieten bereits Treiber dafür out-of-the-box an. Allerdings macht es durchaus Sinn Drittanbieter-Software zu verwenden, da diese extra Features mitbringen wie zum Beispiel das Anlegen von permanenten RAM-Disks, die dann mit einer VHD-Datei synchronisieren. Es gibt diverse Programme, einige kostenlose andere kostenpflichtige, weiter unten gibt es ein paar Beispiele. Aber wie schnell ist denn nun RAM-Disk? Das seht ihr an dieser Chart:

HDDvsSSDvsRAM-Disk

Diesen Benchmark habe ich mit CrystalDiskMark ausgeführt und dabei eine HDD aus dem Hause WD der Green Serie mit 5400 RPM getestet, ebenso wie meine System-SSD, welche eine Samsung 250 GB EVO 850 ist und zu guter letzt eine von DAEMON Tools ULTRA angelegte permanente RAM-Disk mit 2 GB Größe. Die RAM-Disk liegt bei allen Messergebnissen vorne, mal mehr und mal weniger.

Wozu braucht man RAM-Disks?

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, da der Speicher jedoch zu den teureren Speichern zählt lohnt es sich oft nicht. In Servern kommen RAM-Disks zum Einsatz aber sie machen durchaus aus im Consumer-Bereich sinn. Gerade in der heutigen Zeit wo Software oder Spiele schnell geladen werden müssen machen RAM-Disks sinn. Bei Spielen wird jedoch der Speicher ein Problem, denn bei heutigen Computerspielen sind Größen von mitunter 50 GB oder mehr keine Seltenheit. Für Programme die schnell starten sollen reicht es aber allemal und auch 2D Spiele die oft nur maximal 2 GB groß sind, können RAM-Disks die Performance steigern. Bei größeren Computerspielen ist dies auch möglich, allerdings braucht man hier entsprechend viel RAM. Der RAM der als RAM-Disk verwendet wird, steht dann natürlich nicht mehr als richtiger Arbeitsspeicher zur Verfügung. Bei einer Kapazität von 64 GB oder 128 GB Arbeitsspeicher könnte man die Hälfte als RAM-Disk festlegen, was dann 32 GB bzw. 64 GB Kapazität wären.

Im übrigen gilt es darauf zu achten, dass man auch eine permanente RAM-Disk anlegt, sonst sind spätestens bei einem Herunterfahren, Neustart oder Absturz sämtliche Daten aus der RAM-Disk weg!

Welche Software kann ich verwenden?

Hier möchte ich zwei Programme nennen:

  • SoftPerfect RAM Disk als kostenloses Programm mit vielen Funktionen, unter anderem die Möglichkeit zur Erstellung von flüchtigen (Volatile) und persistenten (Persistent) RAM-Disks
  • DAEMON Tools Ultra als kostenpflichtiges Programm mit vielen Funktionen, unter anderem ebenso wie RAM Disk von SoftPerfect zur Erstellung von flüchtigen und persistenten RAM-Disks. Bietet weitere Funktionalitäten auch außerhalb von RAM-Disks. Zusätzlich gibt es bei DAEMON Tools die Möglichkeit sich eine individuelle Lizenz aus benötigten Komponenten zusammenzustellen, genannt DAEMON Tools Lite Personal. Dabei ist bezahlt man eine kleine Basis und zusätzlich die Virtual HDD Komponente, welche RAM-Disks Funktionalitäten mitbringt, was ca. 15,35€ mit VAT macht (Stand 05.05.2016).